NBBL und JBBL beenden Summer-League

Auch wenn es nur eine kurze Sonderrunde war, ohne klassische Meisterschaften und geregelten Spielbetrieb, die Summer-League der Jugendbundesligen war aus Sicht der Beteiligten ein voller Erfolg.

Die Spieler mit regional beschränkten Spielen und Turnieren wieder in eine Halle bringen, nach so langer Zeit ohne einen Wettkampf, dieses Ziel wurde erreicht und lindert ein wenig den Schmerz der langen, coronabedingten Abstinenz.

Mit dem Spiel gegen Rhein Neckar Metropolitans verabschiedeten sich das JBBL Team am letzten Sonntag aus der Summer League. Aufgrund vieler Verletzungen konnte Coach Terzic nicht aus dem Vollen schöpfen. Umso erstaunlicher war die Leistung , die sein Team auf den Court brachte. Die Gäste aus Mannheim waren bis dato ungeschlagen. In der Liga traten sie ausschließlich mit dem älteren JBBL Jahrgang und konnten ihre Spiele immer mit einem zweistelligen Vorsprung gewinnen.

Das Spiel am Sonntag zeigte aber einen anderen Verlauf. Zwar konnten die Gäste ihre Physis teilweise ausnutzen, aber die Südhessen hielten gut dagegen. Nur eigene, leichte Fehler brachten die Metropolitans in Führung (30:42 zur Halbzeit). Die junge Weiterstädter Mannschaft konnte vor allem in der zweiten Halbzeit besser mit der druckvollen Spielweise der Gäste umgehen und holte Schritt für Schritt Punkte auf. Sieben Minuten vor dem Spielende ging man sogar in Führung (64:61). Doch die Gäste trafen zwei wichtige Distanzwürfe, die Südhessen hingegen verfehlten einige offene Würfe, am Ende musste man sich einem besseren Gegner geschlagen geben (75:82).

Coach Amci Terzic war dennoch zufrieden: „Es war wie erwartet ein sehr schweres Spiel gegen einen sehr physisch spielenden Gegner, der uns alles abverlangte. Ich bin trotz der knappen Niederlage sehr zufrieden und stolz, wie wir diese schwierige Saison gemeistert haben. Es war unter anderem der letzte JBBL Tanz für einige Spieler, die uns zumindest vorübergehend verlassen: Samuel Klüh, Amar Nukic und Vincent Schoch wünsche ich alles Gute für Ihre sportliche Zukunft. Alle anderen bleiben uns erhalten. Es freut mich sehr, dass die Reise weitergeht.“

(JBBL-Team der Saison 2020/2021)

Auch das NBBL Team Südhessen nahm den von der Liga organisierten Spielbetrieb dankend an, in der Altersklasse U19 beendete Man die Summer League gegen die Teams aus Gießen, Frankfurt, Heidelberg und Trier ungeschlagen. Vergangenen Sonntag fand in Turnierform noch der letzte Vergleich gegen Gastgeber Trier und den bereits am ersten Spieltag gespielten Gegner aus Gießen statt.

Im gut organisierten Turnier in der Arena in Trier begann das Team Südhessen mit Sand im Getriebe. Sowohl in der Offense als auch Defense taten sich Kapitän Philipp Pons und seine vier Mitstreiter schwer, ihr gewohntes Spiel aufzuziehen. Im ersten Viertel (10:09 für Trier) klappte vorne nichts, im zweiten Viertel (22:25 für Trier) hinten. „So zwei gegensätzliche Viertel haben wir selten“, befand Ben Kirchner. Der Center markierte im zweiten Viertel acht Zähler und war dort der eifrigste Punktesammler. Mit 35:31 für Trier endete die erste Halbzeit.

In der Halbzeitbesprechung wurde taktisch neu eingestellt, Fehler angesprochen und Besserung gelobt. Und das Team ließ den Worten Taten folgen. Mit 20:14 gewann man Viertel 3, mit 22:15 Viertel 4. Ausgeglichen im Scoring, kompakt in der Defense. Auch wenn NBBL Rookie Tom Metzelthin in der zweiten Halbzeit mit 13 Punkten herausstach, zeigte des Team von Coach Matthias Dönges eine hohe Homogenität und war zu keiner Zeit auszurechnen. Mit 73:64 gewann das Team Südhessen das Spiel und hatte nun 90 Minuten bis zum hessischen „Derby“.

Im Spiel gegen Gießen startete der Coach mit den vier 2002 geborenen Spielern, ihr letztes Spiel in der NBBL. Philipp Pons, Marvin Rolf, Robin Kniss und Massimo Galvano sollten im gesamten Spiel viel Zeit bekommen und es genießen. Der Kräfteschwund aus der ersten Begegnung machte sich aber über die gesamte Partie bemerkbar. „Wir waren echt platt, machten viele technische und taktische Fehler“, sagte Tomass Timbars nach der Partie. Frischen Wind brachten die Neulinge Leander Müller und Mateja Basic, die im ersten Spiel nicht eingesetzt wurden und hier dem Team mit voller Kraft zur Verfügung standen. Das machte sich vor allem im dritten und vierten Viertel bemerkbar. Gießen erspielte sich stets einen kleinen Vorteil, zog aber nie davon. Und Weiterstadt gab nie auf, mobilisierte letzte Kraftreserven und kämpfte sich heran. Ab Minute 36 spielte der Coach erneut nur mit den 2002ern und Tom Metzelthin. Die Führung wechselte ständig. Bei noch 17 Sekunden brachte der Gießener Tim Schneider sein Team mit 68:66 in Führung. Der letzte Angriff sollte aus Sicht von Coach die Dönges die Entscheidung mit einem Dreier bringen. Der Schuss ging daneben, aber Robin Kniss war mit einem Tip-In zur Stelle und stellte mit der Sirene den Ausgleich her. 68:68, es kam zur Verlängerung. Mit den Kräften am Ende, aber gewillt zu gewinnen, mehr als die Gießener. So lässt sich die Verlängerung beschreiben. Mit 13:06 gewannen die „alten“ Hasen das Viertel und somit das Spiel 81:74.

Coach Dönges war sichtlich stolz auf sein Team. „Natürlich ging es bei der Summer-League primär darum, daß die Spieler wieder auf das Feld kommen und Spiel-, Wettkampfpraxis bekommen. Gewinnen ist da zweitrangig. Aber das wir alles gewonnen haben freut mich für die Jungs sehr. Die harte Arbeit in den letzten Wochen hat sich bezahlt gemacht. Mit einem weinenden Auge verabschiede ich den Jahrgang 2002 in den Seniorenbetrieb. Das sind schon tolle Jungs und sie werden mir sehr fehlen. Aber auch ein lachendes Auge habe ich. Ich freue mich schon sehr auf die kommende Saison mit einem hoffentlich normalen Spielbetrieb. Die Neuen sind heiß und wollen sich beweisen“.