Basketball weiter im „Lockdown“

Einen uneingeschränkten Spielbetrieb gab es in dieser Saison ohnehin noch nicht. Ausnahmen, Verzicht auf Abstiegsregelungen, infektions- oder quarantänebedingte Spielabsagen – das sind nur einige der Merkmale welche die Spielrunden in unterschiedlicher Ausprägung in fast allem Ligen betreffen.

Und in Anbetracht der aktuellen Covid-19 Infektionszahlen habe einige Verbände und Ligen nun die Vorsichtsmaßnahmen bis Ende des Jahres verlängert, unabhängig von möglichen behördlichen Verlängerungen oder sogar Verstärkungen der Einschränkungen im Sport.

Der Hessische Basketballverband (HBV) hat die laufende Saison ohnehin schon entschärft, indem die Auf- und Abstiegsregelungen außer Kraft gesetzt wurden. Damit bleiben Spielverlegungen, egal aus welchem Grund, zumindest bezüglich des Klassenerhaltes folgenlos. Nach einer Absage aller Spiele bis einschließlich 29.November wurden nun auch sämtliche Ansetzungen bis Ende des Jahres gestrichen. Vor Januar 2021 werden also keine Spiele mehr stattfinden.

Die gleiche Vorgehensweise haben die Regionalligen entschieden, keine Absteiger, keine Spieler mehr in 2020.

Eine ähnliche Entscheidung haben die Jugendbundesligen JBBL und NBBL getroffen. Keine Spiele mehr in 2020, und auch die bisher noch gültige Abstiegsregelung hat man vergangene Woche für ungültig erklärt. Die Weiterstädter Mannschaften „Team Südhessen“ waren hier aufgrund der zu Saisonbeginn erzielten Erfolge ohnehin nicht mehr gefährdet. Für viele Mannschaften bedeutet dies aber eine deutliche Erleichterung, denn diese müssen nicht mehr aufgrund drohender Abstiegsgefahr Spiele wahrnehmen, die sie aufgrund der Pandemie lieber nicht durchführen würden.

Damit ist in diesen Ligen der Spielbetrieb erst einmal ausgesetzt, ob und in welchem Umfang ab dem 30.11. möglicherweise trainiert werden darf und soll ist abhängig von den Entscheidungen der Ministerpräsidentenkonferenz in der kommenden Woche

Einzig die DBBL versucht, den Spielbetrieb aufrecht zu erhalten. Trotz starker Bedenken einzelner Teams versucht die Liga, über Hygienekonzepte und verpflichtende Coronatests die Spiele so sicher zu machen, das sie stattfinden können. Für die notwendigen Vorbereitungen und Beschaffung der Tests wurden deshalb zwei Spieltage abgesagt. Die Liga nutzt dazu die Definition als „Profiliga“ und orientiert sich an den Maßnahmen echter Profiligen mit Berufssportlern. Die Voraussetzungen sind allerdings nicht vergleichbar, die DBBL besteht durchschnittlich aus weniger als 20% Profi- oder Berufsspielerinnen. Einige Teams, so die SG Weiterstadt, verzichtet sogar komplett auf Profis. Das bedeutet Schülerinnen, Studentinnen und normale Berufstätige nehmen am alltäglichen Ausbildungs-, Berufs- und Familienleben teil. Ein Abschotten oder Isolieren ist nicht möglich, eine sportbedingte Infektion oder auch nur Quarantäne eigentlich nicht vertretbar. Zudem bedeutet Organisation und Durchführen der Testverfahren einen erheblichen finanziellen und organisatorischen Aufwand, den Amateurteams sich oft nicht leisten können.  Für das DBBL-Team der SGW eine Herausforderung, Bisher hatte das keine Auswirkungen, die letzten SGW-Spiele wurden aufgrund von Infektionen durch die Gegner abgesagt, so wie die meisten der Spiele der Gruppe Süd.

In Weiterstadt hofft man nun auf eine Anpassung der Regelungen auch bei der DBBL. Zur Zeit finden wieder einmal Gespräche statt, da es zwar sehr unterschiedliche Meinungen in den Vereinen gibt bezüglich Machbarkeit und Notwendigkeit einer normalen Spielrunde, sich aber langsam die Erkenntnis durchsetzt das der Versuch eine reguläre Saison zu erzwingen unrealistisch ist. In Weiterstadt hofft man auf eine praktikable Lösung: „Die Aussetzung der Abstiegsregelung und Flexibilität bei Spielterminen und Wertung, auch ohne nachgewiesene Infektion, wären aus unserer Sicht hilfreich, würden den Zwang zu riskanten Spielbegegnungen von den Teams nehmen und wären angemessen angesichts des Pandemieverlaufes,“ so Michael Gießelbach, Teammanager der DBBL.