“Basketball ist mehr als nur eine Sportart”

Am kommenden Samstag kommt es zu einer Premiere in der Fraport Arena. Bevor um 18 Uhr die FRAPORT SKYLINERS gegen Oldenburg antreten, findet zum ersten Mal eine Partie der Zweiten Damen Basketball Bundesliga auf dem Parkett statt.

Um 14 Uhr trifft Weiterstadt auf Speyer. Wie die Protagonisten den Doppelspieltag angehen, darüber haben wir mit Saskia Gießelbach und Richard Freudenberg gesprochen.
 
Hallo Saskia, hallo Richard, für die Fans des jeweils anderen Clubs: Stellt euch doch mal kurz vor.

Saskia Gießelbach: „Hi, ich bin Saskia, bin 25 Jahre alt und spiele schon Basketball seit ich ca. 7 oder 8 Jahre alt bin. Ich habe damals in der zweiten Klasse in einer Schul-AG angefangen und nicht mehr aufgehört. Ich spiele auch seitdem schon bei der SG Weiterstadt. Noch während meiner Schulzeit schafften wir mit dem Damenteam den Aufstieg in die Regionalliga und dann die 2. DBBL. Nach meinem Abitur war ich dann vier Jahre mit einem Basketballstipendium an einem US-College. Der Kontakt nach Weiterstadt war aber immer da, weswegen ich nach meiner Rückkehr in 2017 dann auch wieder direkt im Damenteam eingestiegen bin.“

Richard Freudenberg: „Hallo zusammen, ich bin Richard Freudenberg und spiele mein drittes Jahr in Frankfurt. Dieses Jahr werde ich besonders flexibel von Flügel bis hin zum Center in sehr kleinen Aufstellungen eingesetzt. Ich bin 2.04 Meter groß und 21 Jahre alt. Gebürtig komme ich aus Heidelberg, bin aber in München aufgewachsen. Ein Jahr habe ich in den USA an der St. Johns University in New York studiert und gespielt. Seit 2017 bin ich in Frankfurt. Angefangen mit Basketball habe ich beim TS Jahn München und bin mit elf oder zwölf Jahren dann zum FC Bayern München gewechselt. In der NBBL bin ich da Deutscher Meister geworden, ausgerechnet gegen Frankfurt. Mit 16 Jahren hatte ich dort auch meine ersten Minuten in der BBL.“

Wie war denn der bisherige Saisonverlauf aus deiner Sicht?

Saskia: „Uff, na ja der hätte deutlich besser sein können. Im Moment stehen wir auf dem siebten Platz mit 5 Siegen und 7 Niederlagen. Das ist zwar nicht schlecht, jedoch auf jedem Fall unter unserem Potential. Wir haben einige wichtige Spiele verloren, die wir hätten gewinnen müssen. Das soll in der Rückrunde jetzt aber anders werden.“

Richard: „Wir hatten bisher auch sehr viele Höhen und Tiefen. Um unser Ziel, die Playoffs, zu erreichen, müssen wir noch einiges tun. Aber da wollen wir auf jeden Fall und unbedingt hin. Wir haben im Saisonverlauf schon richtig gute Spiele gehabt – die wir dann aber auch mal verloren haben. Das ist besonders ärgerlich. Zuletzt haben wir aber sehr gut gegen Gießen gespielt und wollen diesen Trend fortsetzen.“

Und wie lief es für euch persönlich bisher?

Saskia: „Das ist nicht so wichtig. Basketball ist ja ein Teamsport und deswegen zählt am Ende auch nur, wie es für das Team lief. Natürlich gibt es für jeden gute und schlechte Tage und ich denke auch, dass ich mich wie jeder andere verbessern kann und sollte. Was am Ende aber für ein Ergebnis auf der Anzeige oder in der Tabelle steht, zeigt die Leistung der Mannschaft und nicht nur die eines Spielers oder Spielerin.“

Richard: „Das ist natürlich richtig, was Saskia da sagt. Man schaut aber natürlich trotzdem immer, ob die eigene Entwicklung in die richtige Richtung geht. Ich glaube schon, dass ich aktuell gute Schritte dahin gemacht habe. Ich habe im Sommer gesagt, dass ich mir den Platz in der Mannschaft erkämpft habe. Dieses Jahr will ich zeigen, dass ich auch Verantwortung übernehmen kann. Ich möchte eine tragende Säule des Teams sein. Gerade das Spiel gegen Crailsheim war so ein besonderer Moment. Da konnte ich dem Team mit Punkten, Rebounds, Blocks und Defensive helfen. So will ich immer spielen.“

Beim Doppelspieltag werden die Fans beider Teams geMAINsam ihre Teams anfeuern. Was habt ihr euch vorgenommen?

Saskia: „Wir wollen auf jeden Fall ein super Spiel abliefern und natürlich gewinnen. Dieses Spiel ist eine tolle Gelegenheit mehr Leute für den Damenbasketball zu begeistern. Deswegen werden wir Alles geben, um ein interessantes und aufregendes Spiel zu machen, sodass hoffentlich viele Leute wiederkommen wollen. Nicht nur bei einem vielleicht ähnlichen Event, sondern auch am normalen Spieltag nach Weiterstadt. Und vielleicht gewinnen wir ja auch einige Fans unter den Herrenspielern.

Richard: „Im Moment sind leider einige Spieler gesundheitlich etwas angeschlagen. Gegen Oldenburg wird es sicher ein schwieriges Spiel, denn sie sind eines der Topteams in Deutschland. Aber ich bin trotzdem optimistisch, denn wir trainieren gut, arbeiten hart und haben uns auf jeden Fall vorgenommen, das Spiel zu gewinnen.“

Saskia, ihr werdet beim Doppelspieltag zum ersten Mal in der Fraport Arena spielen. Herrscht da eher Aufregung oder Vorfreude vor?

Saskia: „Auf jeden Fall beides! Ich denke aber die Vorfreude überwiegt. Ich bin generell vor jedem Spiel nervös, aber die Fraport Arena als Austragungsort mit ihrem Ambiente macht es natürlich noch aufregender. Ich würde sagen, es ist eine positive Art Aufregung. Denn so eine tolle Möglichkeit sollte man sich nicht durch Nervosität kaputt machen.“

Richard, wie gut bist du über den Damenbasketball eigentlich informiert?

Richard: „Meine Mutter hat früher lange in der zweiten Liga gespielt. Erst beim USC Heidelberg, dann in Karlsruhe. Dann kam ich auf die Welt und sie hat mit dem Leistungssport aufgehört. Ich habe ja beim TSC Jahn München mit Basketball begonnen, da hat man auf jeden Fall auch viel mitbekommen. Sie spielen ja immer noch in der zweiten Liga. Aus der Zeit habe ich auch noch einige Freundinnen, die immer noch da spielen. Ich würde also sagen, dass ich mich zwar nicht komplett auskenne, aber schon einiges über meine Freundinnen und Instagram mitbekomme. Ich werde auf jeden Fall versuchen, spätestens zur zweiten Halbzeit auch beim Spiel am Samstag in der Fraport Arena zu sein.“

Letzte Frage: Warum ist Basketball für euch die schönste Sportart der Welt?

Saskia: „Basketball ist super! Meine Familie hatte noch nie etwas mit Basketball zu tun, bis erst ich und dann meine Geschwister damit angefangen haben. Es hat dann schnell auch meine Eltern begeistert. Natürlich gibt es dafür viele Gründe. Was Basketball für mich persönlich allerdings so schön macht, sind die Möglichkeiten welche die Sportart mir gegeben hat. Durch Basketball konnte ich viel reisen, habe wunderbare Leute kennen gelernt und konnte sogar mein Studium finanzieren. Meine Mitspielerinnen waren immer auch meine Freundinnen und ich habe extrem viele schöne Erinnerung in Verbindung mit dem Basketball. Wenn Basketball einen so großen Teil im Leben einnimmt, ist es immer mehr als „nur“ eine Sportart.“

Richard: „Basketball ist ein sehr schneller Sport. Schneller als die meisten anderen. Dennoch ist es extrem teamorientiert. Alleine kann man nicht gewinnen, sondern ist nur als Mannschaft erfolgreich. Das finde ich toll. Außerdem ist es doch so: Wenn es im Fußball 3:0 steht, ist das Spiel im Grunde vorbei. Liegst du im Basketball mit 20 Punkten hinten, kannst du die Partie trotzdem immer noch drehen. Diese Spannung gibt es nur im Basketball. Und sind wir doch mal ehrlich: Einen Ball in dieses große Tor zu schießen, dass kann irgendwie jeder. Aber einen Ball in einen Ring aus sieben Metern Entfernung zu werfen, das hat schon fast was von Kunst (grinst).“